Geothermie in Bad Bevensen

von | Juni 15, 2026 | Aktuell

Energie aus der Tiefe – Zukunftschance für Bad Bevensen

Bad Bevensen hat die Chance, Vorreiter für nachhaltige Energieversorgung in Norddeutschland zu werden. Seit vielen Jahren arbeiten wir daran, die besonderen geologischen Voraussetzungen unserer Region für eine klimafreundliche und langfristig wirtschaftliche Energieversorgung zu nutzen.

Tief unter Bad Bevensen befindet sich eine große Sole-Schicht. Diese natürliche Wärmequelle kann künftig genutzt werden, um große Gebäude wie Kliniken, die Jod-Sole-Therme, Schulen und öffentliche Einrichtungen nachhaltig mit Wärme zu versorgen. Das Ziel ist klar: mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien, stabile Energiekosten und eine moderne, nachhaltige Infrastruktur für kommende Generationen.

Bereits seit vielen Jahren liefen Untersuchungen und Machbarkeitsstudien. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Chancen für eine wirtschaftliche Nutzung der Geothermie sehr gut sind. Gemeinsam mit Fachleuten, Ministerien und Partnern wurde intensiv daran gearbeitet, dieses Projekt Realität werden zu lassen.

Mit der Gründung der Gesellschaft für Erneuerbare Energien wurde ein wichtiger Schritt gegangen. Ziel war zunächst eine Probebohrung, um die tatsächlichen Voraussetzungen in der Tiefe verbindlich zu prüfen. Besonders bemerkenswert war dabei die Unterstützung des Landes Niedersachsen: Für die notwendige Probebohrung wurde eine Risikoabsicherung von bis zu 90 Prozent in Aussicht gestellt. Damit wäre die Grundlage für eines der bedeutendsten Energieprojekte unserer Region geschaffen worden.

Zwischenzeitlich drohte dieses Zukunftsprojekt jedoch zu scheitern. Mit knapper Mehrheit entschied der Rat der Stadt Bad Bevensen zunächst, die Gesellschaft für Erneuerbare Energien abzuwickeln und die geplante Probebohrung nicht weiterzuverfolgen. Ein Vorschlag der Verwaltung, weitere Partner und Gesellschafter zu suchen und dem Projekt mehr Zeit zu geben, fand damals keine Mehrheit.

Ich habe mich in dieser Phase mit großer Überzeugung für die Fortsetzung des Projekts eingesetzt. Denn Geothermie ist weit mehr als nur ein Energieprojekt. Es geht um die Frage, ob wir den Mut haben, Zukunft aktiv zu gestalten.

Umso wichtiger ist es, dass das Projekt jetzt doch fortgeführt werden kann. Mit der NULLCOZWEI GmbH aus Berlin wurde ein neuer Partner gefunden, der eine Projektgesellschaft gegründet hat, um die geothermische Entwicklung weiter voranzutreiben.

Damit können die bereits geleisteten Vorarbeiten – von seismischen Untersuchungen bis hin zu konkreten Bohrplanungen – konsequent weitergeführt werden. Ziel bleibt der Aufbau einer nachhaltigen Wärmeversorgung für Kliniken, Therme, Schulen und kommunale Gebäude sowie perspektivisch eines modernen Fernwärmenetzes.

Die bittere Pille dabei ist jedoch: Bad Bevensen hat die große Chance vertan, selbst Eigentümer und Betreiber dieser Energiezukunft zu werden. Die Möglichkeit, eigene kommunale Stadtwerke beziehungsweise einen eigenen regionalen Energieversorger aufzubauen, wurde aus der Hand gegeben.

Damit gehen langfristig auch Einflussmöglichkeiten, Wertschöpfung und wirtschaftliche Chancen verloren, die dauerhaft in der Region hätten bleiben können. Gerade in Zeiten, in denen Energieversorgung immer stärker zu einer strategischen Frage für Kommunen wird, wäre dies eine historische Chance gewesen.

Trotzdem bleibt es richtig, dass das Projekt nun weitergeführt wird. Denn die Nutzung erneuerbarer Energien und der Aufbau moderner Wärmestrukturen sind entscheidend für die Zukunft unserer Region.

Für mich zeigt diese Entwicklung: Zukunftsprojekte brauchen Ausdauer, Überzeugung und die Bereitschaft, auch in schwierigen Phasen weiter für gute Ideen zu kämpfen.

Die Erschließung der Thermalquellen hat Bad Bevensen seit 1964 geprägt und entwickelt. Die Nutzung dieser natürlichen Wärmequellen für die Energiewende kann ein ebenso bedeutender Schritt für die Zukunft unserer Region werden.

Ich bin überzeugt: Bad Bevensen muss den Anspruch haben, Vorreiter zu sein – innovativ, nachhaltig und mutig.

 

WIR ZUSAMMEN.

Martin Feller Schweizerhof 1 29549 Bad Bevensen Tel. 0170/4947504 E-Mail martin-feller@t-online.de  

Martin Feller

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